Bergwanderwege [#08] – Barania Góra
Barania Góra
Bei einem Besuch in einer der bekanntesten Touristenstädte der Beskiden – Wisła – lohnt es sich, den nahe gelegenen zweithöchsten Gipfel der Schlesischen Beskiden zu besteigen: die 1220 m ü. d. M. hohe Barania Góra. Auf diesen kuppelförmigen Gipfel führen viele interessante Wege, außerdem gehört er zum Hauptbeskidenweg. Bei seiner Besteigung können wir uns die Frage beantworten, wo die Quelle des längsten Flusses Polens liegt.
Einer der angenehmeren und mäßig kurzen Wege ist dieser Rundweg, der im Ortsteil Wisła-Czarne beginnt und endet. Unsere Wanderung beginnen wir am Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. In der Nähe finden wir einen kostenpflichtigen Parkplatz sowie eine Bushaltestelle. Die ersten sanften Kilometer des blauen Weges legen wir auf einer Asphaltstraße zurück, bevor wir nach fünfzig Minuten nach rechts auf einen Waldweg abbiegen. Dieser Abschnitt des Weges ist außerordentlich schön; wir kommen an den Rodło-Kaskaden vorbei – den Wassern mehrerer Wasserfälle und Flussstufen der Biała Wisełka, eben jenes Flusses, der die Weichsel entstehen lässt. Während wir weitere Höhenmeter gewinnen, betreten wir das Gebiet des Naturschutzgebiets Barania Góra, wo wir zahlreiche Lehrtafeln finden. Nach zwei Stunden Marsch zeigt sich vor unseren Augen der Gipfel mit dem Aussichtsturm. Dieser ist bereits aus großer Entfernung bestens sichtbar, da der Gipfel nicht bewaldet ist. Von der Plattform aus können wir wie auf der Handfläche die Schlesischen Beskiden, die Kleinen Beskiden, die Saybuscher Beskiden und die Tatra sehen. Nachdem wir uns an den Ausblicken sattgesehen haben, brechen wir auf dem blauen Weg weiter in Richtung der PTTK-Berghütte Przysłop pod Baranią Górą auf, von der uns nur fünfzig Minuten bergab trennen. Es lohnt sich, in der Hütte eine Weile auszuruhen, die über eine vorzügliche Küche verfügt. Wenn wir Glück haben, können wir noch das Frühstücksmenü mit köstlichen Omeletts in süßen und herzhaften Varianten genießen. Empfehlenswert sind auch der Heidelbeerkuchen sowie Tee mit Honig und Himbeersaft. In der Nähe der Hütte finden wir das Baraniogórski-Zentrum für die Geschichte des Bergtourismus. Nach einer kurzen Rast brechen wir mit neuen Kräften weiter bergab auf dem roten Weg auf, den wir nach kurzer Zeit zugunsten des schwarzen Weges verlassen. Dieser anderthalbstündige Wanderabschnitt führt auf einer Asphaltstraße durch den Wald. Wieder gehen wir an einem Bach entlang, diesmal handelt es sich um die Wasser der Czarna Wisełka – der zweiten Quelle der Weichsel. Am Ende des schwarzen Weges gelangen wir zur Hauptstraße. Hier haben wir zwei Möglichkeiten: auf den Bus zu unserem Ausgangspunkt Wisła-Czarne zu warten oder drei Kilometer auf der Hauptstraße zu marschieren, wobei der Anblick der Oberfläche des Czerniańskie-Sees, die zwischen den Bäumen hindurchscheint, den Weg ein wenig angenehmer macht.
- Die Gehzeit beträgt je nach Kondition des Wanderers etwa 6 Stunden,
- über den blauen, roten und schwarzen Weg,
- Gesamter Höhenunterschied im Aufstieg: 740 Meter,
- Höchster Punkt: 1220 m ü. d. M.,
- Weglänge: 18 Kilometer,
- Keine Schwierigkeiten oder künstlichen Hilfen, der Weg ist gut markiert.
Die Wanderung zum Gipfel der Barania Góra ist sehr angenehm und darüber hinaus landschaftlich und naturkundlich äußerst abwechslungsreich. Es lohnt sich, sie zu unternehmen, schon allein, um zu sehen, wo die Weichsel ihren Ursprung hat.
Autorin der Fotos und des Textes: Ewa Bandyk


















































