Deutsch Spisz für jeden [#07] - Kacwin
Kacwin – Katzenviertel mit Scheunen
Es ist unklar, wie viele Katzen derzeit in Kacwin leben, aber früher müssen es viele gewesen sein, da sie den Namen des Ortes prägten. Denn Kacwin ist die polnische Version des deutschen „Katz Winkel“, was auf Deutsch „Katzenwinkel“ bedeutet. Selbst wenn man davon ausgeht, dass es immer noch viele miauenge vierbeinige Freunde gibt, sind sie nicht so interessant wie andere Attraktionen in Kacwin.
Zu diesen gehören mit Sicherheit die berühmten Scheunen, also Lagerhäuser für Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Früher waren sie ein fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Gebäude. Sie befanden sich normalerweise am Ende des Grundstücks; sie wurden aus Holzstämmen gebaut, mit Gewölbe und einem Dach, das nur leicht mit den Wänden in Kontakt war. Diese Art von Konstruktion entstand nicht aus Vernachlässigung – wichtig war, dass im Falle eines Brandes das Dach schnell abgeworfen werden konnte, um den Rest des Gebäudes und den Inhalt vor dem Verbrennen zu schützen. Diese „Unpassung“ war auch eine Art Belüftung, die zusammen mit dem Lehm, der zur Verkleidung der Wände verwendet wurde (daher der Name „Scheune“), ideale Bedingungen für die Lagerung von Getreide gewährte. Im Laufe der Jahre und mit der Entwicklung der Landwirtschaft verloren die Scheunen an Bedeutung und begannen zu verfallen. Vor ihrem endgültigen Verfall wurden sie durch die Bemühungen der Mitarbeiter des Denkmalschutzamtes gerettet. Dank ihrer Anstrengungen wurde eines der ehemaligen Lagerhäuser restauriert und für Besucher zugänglich gemacht.
Für Touristen steht auch die im Zentrum des Dorfes gelegene 15. Jahrhundert Kirche unter dem Patrozinium Allerheiligen zur Verfügung. Theoretisch ist es ein gotisches Bauwerk, aber ihr charakteristischstes Element, der Turm mit Helm und Laterne, stammt aus späteren Jahren. Auch die Gedenktafel an der Wand der Kirche, die den verstorbenen Soldaten, Untergebenen von Jan III. Sobieski, gewidmet ist, fällt auf. Sobieski kehrte durch Kacwin von seiner Rückkehr aus Wien zurück. Nicht alle seine Ritter überlebten die Reise. Vier von ihnen starben und wurden genau in Kacwin begraben. Das sind sehr entfernte Zeiten, und es gibt natürlich keine Augenzeugen mehr für diese Ereignisse. Vielleicht abgesehen vom Wasserfall am Kacwinianka-Bach oder den Krzyżowa- und Majowa-Bergen, aber sie schweigen.
Die Autorin des Textes - Bogusława Bandyk
Der Fotograf - Krzysztof Bandyk

