Polnisch Spisz für jeden [#08] - Frydman
Ungarischer Wein aus den Kellern von Frydman
Frydman taucht selten in den Urlaubsplänen auf. Oft im Schatten der Nachbarin Niedzica, hat er nicht immer die Chance, zu glänzen. Doch für diejenigen, die sich entscheiden, an diesem interessanten Ort Halt zu machen, hat er viel zu bieten. Vor allem in architektonischer Hinsicht. Denn hier gibt es viele touristische Attraktionen und Denkmäler.
Schon von weitem fällt die Kirche St. Stanislaus in der zentralen Teile des Dorfes ins Auge. Es handelt sich um ein frühgotisches Gebäude mit einem charakteristischen Turm. Im Gegensatz zu anderen Kirchen der Region kann diese mit einer einzigartigen spät-renässance Apsis prahlen, die als Hurdycja bekannt ist. Ebenfalls sehenswert ist die achteckige Kapelle der Kirche. Einer Legende nach soll König Jan II. Sobieski während seiner Rückkehr von Wien in dieser Kirche die Messe gefeiert haben. In der Erzählung muss ein Körnchen Wahrheit stecken, da die Hauptstraße von Frydman nach dem polnischen König benannt ist.
Und wenn wir schon von Königen und dem Adel sprechen. Während seines Besuchs in Frydman darf man das Schloss auf keinen Fall verpassen. Heute in Privatbesitz dient es als Wohngebäude für mehrere Familien, war jedoch früher die Winterresidenz der Besitzer der Niedzica-Ländereien. Während die Sommerhitze in den mittelalterlichen Schlossmauern leichter erträglich war, verbrachten die Menschen die strengen Winter in genau diesem Schloss. Sie wärmten sich an Kaminen und genossen ungarischen Wein, der in den weitläufigen Kellern aufbewahrt wurde, die sich unter dem Schloss und den umliegenden Gebäuden erstrecken. Diese sind wirklich gigantisch. Auf jeder der beiden Ebenen (in 10 Metern Tiefe) befinden sich jeweils drei hundert Meter lange Gänge, jeder sieben Meter breit. Eingänge zu ihnen werden von achteckigen Pavillons, den Burghäusern, geschützt. Wie das Schloss sind auch die Kellerräume in Privatbesitz, können jedoch nach vorheriger Vereinbarung mit einem der Eigentümer, Herrn Józef Prelich, der in der Jana Pawła II Straße 4 wohnt, besichtigt werden.
Und wenn nach den unterirdischen Wanderungen die Sehnsucht nach Sonne kommt, kann man sich auf dem revitalisierten zentralen Platz des Dorfes, von den Einheimischen „Gänsemarkt“ genannt, oder am Ufer des Czorsztyn-Sees entspannen, an dem Frydman liegt.
Autorin des Textes - Bogusława Bandyk
Fotoautor - Krzysztof Bandyk

