Polnische Kulinarik [#08] - Die Küche der Kaschuben - Was sind Gänsepipki?
Dies ist ein weiteres kaschubisches Gericht mit einem lustigen Namen nach den Tänzen. Gänsepipki sind nichts anderes als Gänsemägen. Das Gericht gibt es auch in einer zweiten Variante, als gefüllte Gänsehälse. Es stammt aus der jüdischen Küche, hat aber jetzt in kaschubischen Restaurants das Sagen.
Ist Gänsepipki wirklich kaschubische Küche?
Manche werden sich streiten, denn dieses Gericht kommt auch in den Gebieten des ehemaligen Galiziens vor. Eines ist sicher – das Gänsengericht kennen wir dank der Juden. Gänsefleisch war für sie sehr wertvoll, aus dem sie Brühe machten, Schmalz herstellten, es ganz füllten und Innereien aßen. Gänsepipki, richtig gesagt Gänsepipkes, sorgen in der jüdischen Küche für Streit, da es für einige ein Gericht aus Mägen und für andere aus Hälsen ist. In Polen ist die erste Variante beliebter, wahrscheinlich aufgrund der Verfügbarkeit.
Die Mägen werden nach der Reinigung in Brühe gekocht. Man kann sie auch in Zwiebeln dünsten, und die traditionelle Version sind Mägen, die in Öl oder Gänseschmalz mit Zwiebeln und Knoblauch gedünstet werden. Das Gericht erinnert optisch an einen Gulasch und wird oft mit eingelegten Gurken serviert. Die Hälsen hingegen werden mit einer Füllung aus geriebenen Kartoffeln und Zwiebeln, manchmal mit Fleisch, gefüllt. Beide Gerichte sollte man ausprobieren, egal ob in Kaschubien oder im Süden Polens.
Was ist jedoch die Grundlage der kaschubischen Küche? Natürlich Fisch. Und woher kommen sie? Natürlich aus den Seen. Kaschubien ist das Land der Seen, Wälder und Moränenhügel. In der Zwischenzeit zwischen dem Besuch der Restaurants kann man sich an einen der über tausend Seen begeben, z.B. den Wdzydze-See, den Raduń-See oder den Charzykowskie-See.
Die Autorin des Textes - Joanna Choma



