Podreisen in Orawa [#04] - Orawka
Wenn man die idyllische Landschaft mit Feldern, Wäldern und den die horizontrissenden Bergen betrachtet, ist es schwer vorstellbar, dass das Land der Orawa jemals von Kriegsereignissen betroffen war. Doch das ist nur eine trügerische Illusion. Fast jede der in der Orawa-Vertiefung gelegenen Gemeinden ist auf der Karte der Kämpfe aus dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Erinnerungen an einige von ihnen können bis heute besichtigt werden, zum Beispiel bei einem Besuch in Orawka.
Dieses kleine Dorf an der Landesstraße Nr. 7 erlebte schon in den ersten Septembertagen 1939, was Krieg bedeutet. Sobald die deutschen Truppen, die in der nahegelegenen Jabłonka stationiert waren, ihre ersten Bewegungen machten, war die Reaktion der polnischen Seite sofort. Eine Kolonne aus sechs PZL 23 B „Karaś“-Flugzeugen startete in die Luft. Am stärksten litt die Maschine mit der Nummer 4. Das abgeschossene Flugzeug stürzte genau in Orawka ab. Von den drei Besatzungsmitgliedern überlebte nur einer, der es noch vor dem Absturz schaffte, mit dem Fallschirm zu springen. Die beiden anderen wurden auf dem Boden der Orawa, an der Unglücksstelle, begraben, und ihr Grab wurde gleichzeitig zum Symbol des Kampfes gegen den Eindringling. Bis heute ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der Geschichte von Orawka. Genauso wie die aus dem 17. Jahrhundert stammende Holzkirche, die als eines der wertvollsten Denkmäler der Holzarchitektur in Südpolen gilt. Übrigens befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Denkmal, das den heldenhaften Piloten gewidmet ist.
Beim Spaziergang durch Orawka lohnt es sich, diesen interessanten Ort zu besuchen. Und danach weiterzuwandern, über einen der zahlreichen Wanderwege bis in die Beskiden von Orawa.
Autorin der Fotos und des Textes - Bogusława Bandyk






