Reisen in Orawa [#03] - Jabłonka
Von Ungarn gegründet, „auf dem Weg“ slowakisch, jetzt polnisch. Mit einem Dialekt, der nicht ganz gebirgisch ist, aber einen bergigen Charakter hat. Administrativ ein Dorf, aber inoffiziell die Hauptstadt der Region. Einfach Jabłonka.
Es liegt an der Landesstraße Nr. 7 und wird oft von Touristen, die nach Zakopane fahren, übersehen. Es lohnt sich jedoch, den Weg zu verlassen und diesen interessanten Ort zu besuchen. Die inoffizielle Geschichte des Dorfes reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als hier ein Zollamt gegründet wurde. Nicht zufällig, denn durch das Orawatal verläuft ein Salzweg von Wieliczka nach Ungarn. Trotz der Zeit sind die ungarischen Akzente in der Geschichte und Kultur der Region bis heute erhalten geblieben, insbesondere in dem charakteristischen Dialekt, der sich etwas von dem in Zakopane bekannten unterscheidet. Man kann auch slovakische Einflüsse erkennen, insbesondere während der jährlichen Slovakischen Kultur Tage, die vom Orawskich Kulturzentrum organisiert werden. Es lohnt sich, an diesen Tagen Jabłonka zu besuchen und mit eigenen Augen zu sehen, wie das Leben an der Schnittstelle der Kulturen ist. Die Bräuche und Traditionen sowie der Ort selbst kennenzulernen. In keiner anderen Region kann man doch die charakteristischen hölzernen Hütten mit den sogenannten „Wyżkami“ oder die Wegkapellen und Steinstatuen sehen, von denen einige an das 18. Jahrhundert erinnern. Auch die auf einem Hügel gelegene gemauerte Kirche der Verklärung des Herrn, die Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, nachdem die erste, hölzerne Kirche infolge religiöser Kämpfe in der Region Orawa verbrannt war, verdient Beachtung. Die gegenwärtige Kirche ist ein Beispiel für den josephinischen Stil, also eine Verbindung von Barock und Klassizismus. Besonders bemerkenswert ist die interessante, neubarocke Polychromie mit figuralen Motiven und den seitlichen Altären.
Foto- und Textautorin - Bogusława Bandyk




