Podróże po Orawie [#01] - nicht Podhale, sondern Górale
In Polen gibt es nur wenige Regionen, denen Komponisten ihre Werke gewidmet haben, und die sogar im Namen geehrt wurden. Dieses Privileg wurde der Orava zuteil. Diese historische Region an der Grenze zwischen dem Nowotarska-Orawska-Tal und dem Beskiden-Gebirge wurde in einem musikalischen Gedicht von Wojciech Kilar verewigt. Das Werk gibt den Charakter der Region so treffend wieder, dass die Orava-Bergbewohner den Komponisten nach seiner Aufführung mit einem Bergmützen krönten. Denn das Stück verkörpert wirklich den Geist der Orava. Und wie ist dieser Geist? Um es herauszufinden, muss man die Orava besuchen.
Der Weg dorthin ist einfach – wie nach Zakopane, der berühmten Zakopianka. Man muss nur rechtzeitig abbiegen, und schon kann man sich an der Schönheit der Umgebung erfreuen, die sich in vielfältiger Weise präsentiert. Denn hier gibt es sowohl Berge mit der imposanten und launischen Babia Góra, die sehr launisch sein kann. Von ihrem Gipfel aus kann man das slowakische Meer, also den Orava-See, den größten künstlichen Stausee der südlichen Nachbarn Polens, erblicken. Es gibt sanfte Hügel, die zu ruhigen Wanderungen einladen, und zahlreiche Radwege. Und für Architekturinteressierte gibt es zahlreiche Beispiele regionaler Baukunst. Am besten kann man sich davon überzeugen, indem man das Freilichtmuseum in Zubrzyca Górna besucht. Auch die Orawka mit ihrer historischen Holzkirche und der benachbarten Leinölfabrik wird nicht enttäuschen, ebenso wie Jabłonka, wo bis heute einzelne Holzhäuser mit „Wyżki“ erhalten geblieben sind. Und was sind Wyżki? Das muss man persönlich herausfinden, indem man die Orava besucht.
Autorin der Fotos und des Textes – Bogusława Bandyk

