Gipfelwege [#02] - Lubań
Die Gorce sind ein stark bewaldetes Gebirgszug, das sich im zentralen Teil der Westbeskiden erstreckt. Einer seiner höchsten Gipfel ist Lubań, von den Einheimischen Patryja oder Obwiesia Wierch genannt, dessen Höhe 1211 m ü.d.M. beträgt. Interessant ist die Tatsache, dass Lubań zwei Gipfel hat, bezüglich deren Höhe es weiterhin einige Unklarheiten gibt. Laut der volkstümlichen Überlieferung ist dieser Gipfel gleichzeitig ein magischer und verfluchter Ort, was eine lokale Legende besagt - einer der Zauberer, die seit jeher ewige Streitigkeiten führen, sprach einen Fluch aus, durch den eine ganze Herde Schafe und die Hirten in die Erde sanken. Einige behaupten, dass man am Fest des heiligen Jakob die Schreie der benachteiligten Hirten und das Glockenläuten ihrer Herde aus dem Erdinneren hören kann. Auf seinen Gipfel führen mehr als 7 Wege, sowohl Wander- als auch Radwege. Aber welchen sollte man wählen, wenn man von einem schnellen und angenehmen Ausflug träumt?
Die bequemste und schnellste Option, um nach Lubań zu gelangen, ist der blaue Weg von der Snozka-Passhöhe, mit der Rückkehr auf derselben Route.
Die Gehzeit beträgt etwa 3,5 Stunden, je nach Kondition des Wanderers.
- Summe der Aufstiege: 582 Meter,
- Höchster Punkt: 1225 m ü.d.M.
- Länge des Weges: 10 Kilometer,
- Keine Schwierigkeiten, keine künstlichen Erleichterungen, der Weg ist gut markiert.
Die Wanderung beginnen wir an einem recht markanten Ort, da sich in der Nähe der Snozka-Passhöhe ein Denkmal befindet, das schwer zu übersehen ist. „Orgeln” von Władysław Hasior, die so gestaltet sind, dass sie beim Wind Geräusche machen, aber bisher nie gespielt haben. Nach einer kürzlichen Renovierung wurden am Denkmal Hirten Glocken angebracht, die im Wind schön erklingen. An der Passhöhe gibt es einen recht großen Parkplatz und in der Nähe des Einstiegspunktes einen Busstop. Auf den ersten Metern des Anstiegs auf dem Weg passieren wir den Steinbruch Wdżar, der eine gute Attraktion für Kletterer, insbesondere für Drytooling, darstellt. Zunächst führt der Weg über einen breiten Pfad durch Felder und Wiesen, während des Marsches können wir den Blick auf die Pieninen und die Tatra hinter uns genießen. Es lohnt sich, diesen Anblick zu genießen, denn der Weg beginnt schnell in den Wald zu führen, direkt zum Gipfel. Wir müssen zunächst sanfte Anstiege bewältigen, die mit den nächsten Schritten (manchmal) steil werden - schließlich haben wir fast 600 Meter Höhenunterschied auf einem recht kurzen Abschnitt zu überwinden. Ein markanter Punkt auf dem Weg sind die Ruinen der PTTK-Hütte, die 1975 erbaut wurde, leider jedoch sehr kurz funktionierte, da sie bereits drei Jahre später abbrannte. Wir überwinden den letzten, steilen, aber kurzen Anstieg zum Gipfel und vor unseren Augen öffnet sich die Lichtung des Wierch Lubania, die sich zwischen seinen beiden Gipfeln befindet. Die wichtigsten Punkte auf Lubań sind: der Aussichtsturm, das Kreuz, der Altar und der Zeltplatz.
Der Aussichtsturm wurde 2015 am westlichen Gipfel eröffnet, von seinem höchsten Punkt aus kann man einen wunderbaren Blick auf die Gorce, die Tatra, die Pieninen, den Czorsztyn-See, die Sądecki-Beskiden, die Wyspowy-Berge und die Babia Góra beobachten. Direkt darunter befindet sich ein steinerner Altar und ein päpstliches Kreuz - eine Erinnerung an die Wanderungen von Johannes Paul II. Es lohnt sich, von hier die Sonnenaufgänge zu bewundern, zusammen mit dem Meer aus Nebel, das morgens über den Pieninen schwebt.
Der Zeltplatz wird von dem Studentischen Bergführerkreis aus Krakau betrieben. Es ist erwähnenswert, dass es sich um einen der ältesten studentischen Zeltplätze in Polen handelt, der bereits seit 1967 bis heute aktiv ist. Er ist in den Sommerferien vom 26. Juni bis Ende August geöffnet. Er verfügt über eine Küchenzeile, eine Dusche, eine Toilette und Holztische mit Bänken. Touristen, die auf Lubań zelten, sollten darauf vorbereitet sein, nach Wasser zu einer Quelle unterhalb des Gipfels zu wandern. Der Zeltplatz hat 45 Schlafplätze in 3-Personen-Zelten, in denen man gegen eine geringe Gebühr übernachten kann. Man kann auch mit eigenem Zelt auf dem ausgewiesenen Feld campen.
Lubań bietet jedes Jahr im August etwas für Liebhaber von Süßigkeiten - „Das Pfannkuchenfest”. Bei diesem touristisch-gastronomischen Ereignis haben die Teilnehmer die Aufgabe, einen originellen, ausgefallenen Pfannkuchen zuzubereiten. Die Lagernden helfen immer gerne, müden Touristen während des Weges eine Tasse Tee anzubieten und Ratschläge zur Auswahl anderer Wegegeben; abends laden sie zu einem gemeinsamen Lagerfeuer ein.
Die Autorin der Fotos und des Textes - Ewa Bandyk








