Was kann man in Zakopane sehen?
Es ist kein Zufall, dass Zakopane seit Jahrhunderten Dichter, Maler und andere Künstler begeistert. Die malerische Lage, traumhafte Ausblicke und die monumentalen Tatra sind einfach nicht imitierbar. Ist Zakopane immer noch atemberaubend und lohnt es sich, dorthin zu reisen?
Zakopane – die Hauptstadt der Tatra
Zakopane verdankt seine Beliebtheit vor allem seiner Lage am Fuße der Tatra. Die Ausblicke auf die rauen Felsen begeistern zu jeder Jahreszeit. In sie verliebten sich Kasprowicz, Witkiewicz, Przerwa-Tetmajer, Hasior – und das sind nur einige der bekannten Künstler, die besonders mit dem Podhale verbunden waren. Die künstlerische Dimension der Stadt hat sich nicht nur in ihrem künstlerischen Erbe niedergeschlagen, sondern auch in den Orten, die man heute in Zakopane unbedingt sehen sollte. Wenn man ins Podhale fährt, erkennt man sofort den charakteristischen zakopaner Stil in der Architektur, der durch Stanisław Witkiewicz begründet wurde.
Sabała – das Symbol Zakopanes und der Podhaler Bergsteiger
Jan Krzeptowski-Sabała war ein berühmter goralischer Geschichtenerzähler, Musiker, Führer und Jäger. Witkiewicz gab ihm den Beinamen „Homer der Tatra“, und er war einer der vielen Künstler, die gerne Sabałas Geschichten und Lieder lauschten. Interessanterweise hat sich bis heute das Haus erhalten, in dem der bekannteste Bergsteiger des Podhale geboren und aufgewachsen ist. Heute fungiert es als privates Museum, das von den Nachkommen von Jan Krzeptowski betrieben wird. Sabałas Hütte befindet sich in Krzeptówki und es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch die Bergsteiger haben Sabała nicht vergessen und sein Denkmal steht am Fuß der Büste von Chałubiński (an der Ecke der Straßen Chałubińskiego und Zamoyskiego in Zakopane).
Krupówki – das touristische Symbol Zakopanes
Gibt es jemanden, der nicht weiß, was die Krupówki sind? Heute ist es schwer zu beurteilen, ob das gut oder schlecht ist. Besonders in der Hochsaison sind die Krupówki schrecklich überfüllt und ein Spaziergang hier bedeutet nicht mehr viel Freude. Das ändert jedoch nichts daran, dass man in Zakopane hier sein muss. Es ist nicht nur das touristische Symbol der Stadt, sondern auch ein Ort voller gastronomischer und kommerzieller Angebote. In der Nähe der Krupówki befindet sich auch das Tatra-Museum sowie zahlreiche kommerzielle Ausstellungen und Attraktionen.
Friedhof auf dem Pęksowy Brzyzek
Der zakopanesische Friedhof auf dem Pęksowy Brzyzek ist einer der bekannteren polnischen Nekropolen. Es ist erwähnenswert, dass dieser Ort den Status eines Denkmals hat und die Entscheidung darüber, wer hier beigesetzt werden kann, im Ermessen des Denkmalschutzes bleibt. Seinen Ruhm verdankt der Friedhof vor allem den bekannten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auf dem Pęksowy Brzyzek gibt es etwa 500 Gräber, von denen die Hälfte die Ruhestätten verdienter Persönlichkeiten ist (u.a. Kornel Makuszyński, Władysław Orkan, Kazimierz Przerwa-Tetmajer, Tytus Chałubiński, Jan Krzeptowski-Sabała und das symbolische Grab von Stanisław Witkiewicz). Der Friedhof befindet sich im Stadtzentrum und kann kostenlos besucht werden. Ein nostalgischer Spaziergang dorthin lohnt sich auf jeden Fall.
Nationale Heiligtum der Muttergottes von Fatima
Das Heiligtum der Muttergottes von Fatima ist ein besonderer Ort, nicht nur für die Bergsteiger, die hier fast 100 Tage lang für die Gesundheit des Papstes gebetet haben, auf den ein Anschlag verübt wurde. Am 13. Mai 1981 wurde hier auch die Entscheidung getroffen, dass, wenn die Muttergottes das Leben von Johannes Paul II. retten würde, an der Stelle der damaligen Kapelle eine Kirche zum Dank für die erhaltene Gnade errichtet werden würde. So wurde es gemacht. 1987 krönte der Papst die Statue der Muttergottes von Fatima, die man heute über dem Altar sehen kann, und Jahre später, 1997, kam er nach Zakopane und weihte die hier entstandene Kirche, dankte gleichzeitig für die glühenden Gebete zu seinen Gunsten.
Das Heiligtum ist eines der wichtigsten Zielorte für Pilgerfahrten, aber es ist nicht nur für Katholiken von Interesse. Es ist schon lange bekannt, dass die Podhaler Bergsteiger sehr gläubig sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Tatra voller Kapellen ist. In den 90ern versuchte Wiesław Mierzwa, nahezu alle diese Orte zu sammeln und veröffentlichte ein Fotoalbum mit dem Titel Kapliczki tatr Polskich. Heute ist es schwierig, das Buch irgendwo zu kaufen, aber für manche Wanderungen zu den Kapellen können eine originelle Art sein, die Freizeit zu verbringen.
Gubałówka und Kasprowy Wierch
Ähnlich wie bei den Krupówki muss man auf der Gubałówka sein. Es ist ein kleiner Berg, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die Tatra hat. Man kann mit einer Seilbahn auf den Gipfel fahren (die Kabine wird an einem Seil entlang der Gleise gezogen. Solch eine Bahn befördert Touristen nur an 4 Orten in Polen: auf der Gubałówka in Zakopane, auf dem Parkberg in Krynica, auf dem Berg Żar in Międzybrodzie Żywieckie und auf dem Kamienna Góra in Gdynia). Es gibt auch eine Zufahrtsstraße zum Gipfel, aber man muss auf die Fahrverbote achten, die bei dem ersten Parkplatz erscheinen (Zufahrt über Ząb oder von Kościelisko über Blachówka). Auf der Gubałówka fehlen natürlich nicht die Buden und gastronomischen Punkte, aber in der Hochsaison kann man hier viele Menschenmengen erwarten, ebenso wie bei den Krupówki.
Auf die Touristen in Zakopane wartet auch eine Seilbahn zum Kasprowy Wierch, aber in der Hochsaison kann die nie endende Schlange der Wartenden etwas abschrecken. Im Winter ist der Kasprowy Wierch zusätzlich von Skifahrern belagert. Wenn man zum Gipfel aufbricht, sollte man auf jeden Fall die wechselnden Wetterbedingungen und Temperaturunterschiede beachten, selbst im Sommer. Kasprowy Wierch ist nicht die Gubałówka. Es sind die echten Tatra. Vor der Abreise lohnt es sich, die Webseite www PKL zu besuchen, auf der die Temperaturen an der unteren und oberen Station angegeben werden.
Tatra nicht nur für erfahrene Bergsteiger
Jeder Bergsteiger weiß, dass man die Berge mit Respekt behandeln muss. Die Tatra ist mit Bergwegen gesäumt, aber man sollte unbedingt daran denken, dass die meisten von ihnen Routen sind, die eine körperliche und technische Vorbereitung erfordern. Die Memes mit Touristen in Flip-Flops und High Heels, die auf den Wegen hier wandern, sind leider wahr. Zum Glück sind die Tatra nicht nur felsige und gefährliche Gipfel, sondern auch wunderschöne und landschaftlich reizvolle Täler. Zu den bekanntesten gehören das Kościeliska-Tal und das Chochołowska-Tal, aber auch in das Tal der kleinen Wiese, Strążyska, Biała Woda und viele kleinere, weniger frequentierte Routen kann man zu einem ebenso angenehmen Spaziergang aufbrechen. Ein malerischer Spaziergang wartet auch auf die Touristen auf dem Weg unter den Reglami. Die Täler befinden sich im Tatra-Nationalpark und man kann viele Arten von Wildtieren antreffen, z.B. die eleganten Gämsen, die an den Hängen herumhüpfen.
Der Zauber von Zakopane
Wenn man von den überfüllten Krupówki und den Touristinnen in Flip-Flops auf den Bergwegen hört, kann man sich fragen, ob hier mehr Hit oder eher Kitsch und Plunder ist. Zakopane verändert sich im Einklang mit den Erwartungen der Massentouristen, aber wahre Liebhaber der Tatra finden hier immer noch viele schöne Orte und lokale Kuriositäten. Man könnte endlos darüber erzählen, während Giewont mit dem legendären schlafenden Ritter wacht, der den Ort bewacht, der unzählige Herzen gestohlen hat.
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Autorin der Fotos und des Textes: Agnieszka Soszka










