Krzeszowice
Wenn Sie den Lärm und die Menschenmassen der großen Städte leid sind, lohnt es sich, auf der Karte Polens nach etwas kleineren Städten zu suchen, die manchmal überraschen können, wie viel sie zu bieten haben. Eine solche Stadt ist Krzeszowice, die an der Krakauer Hochebene liegt und ein guter Zielpunkt für die Bewohner der Woiwodschaften Kleinpolen und Schlesien darstellt. Von Krakau aus kann man hier in 25 Minuten mit dem Zug gelangen, und von Katowice in 50. Touristen werden angezogen durch: zahlreiche touristische Routen, sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer (Eagle's Nests Trail, Kraków-Morawy-Wien Strecke), wertvolle Denkmäler, ein Golfplatz in der Nähe und zahlreiche Naturschutzgebiete und Landschaftsparks.
Ein bisschen Geschichte
Die Geschichte dieser Stadt ist sehr reichhaltig. Die ältesten Erwähnungen stammen bereits aus dem Mittelalter. Im Jahr 1555 wurde die Stadt im Besitz von Stanisław Tenczyński, danach wechselte sie in die Hände der Opaliński, Czartoryski und Lubomirski. Ab 1816 gehörte sie den Potocki. Die dynamische Entwicklung der Stadt kann mit dem Bau eines Kurortes verbunden werden, der auf heilenden Wassern basierte und große Beliebtheit genoss. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich Krzeszowice im Gebiet des Generalgouvernements, und hier hatte Hans Frank seinen Sommerresidenz.
Krzeszowice und Umgebung, was lohnt sich zu besichtigen?
Das Potocki-Palais und der Park in Krzeszowice
Der beliebteste Ort für alle Spaziergänger. Täglich zieht der Park mit dem Palais Bewohner an, die eine Erholungsstunde in der Natur suchen. Der Bau des Hauptsitzes der krzeszowicer Linie der Potocki fiel in die Jahre 1850-1855. Das Projekt im italienischen Renaissance-Stil wurde von Franciszek Marie Lancia erstellt. Mit dem Bau des Palais wurde ein Landschaftspark mit Merkmalen eines englischen Parks angelegt. Das wunderschöne zweigeschossige Gebäude mit vier Ecktürmen und zusätzlichen Flügeln, die den Innenhof umschließen, entstand auf einem Hügel, von dem aus sich eine Aussichtsplattform erstreckt. Im Jahr 1940 wurde das Palais zur Sommerresidenz des Generalgouverneurs Hans Frank. Der Park wurde so geplant, dass man von den Fenstern des Palais die Tenczyn-Burg sehen kann. Er umfasst zwei weitläufige Aussichtswiesen, zahlreiche Bänke und Naturdenkmäler. Auf diesem riesigen Gelände wachsen über 1500 Bäume. Kenner der Natur können ungewöhnliche Baumarten entdecken, wie: den japanischen Ginkgo, die Platane, den Tulpenbaum.
Die Tenczyn-Burg in Rudno
Die Burg, die auf einem Vulkankegel in Rudno auf dem höchsten Hügel Tenczyns erbaut wurde. Die Burg hat eine alte Geschichte, die ersten Erwähnungen stammen bereits aus dem Jahr 1308, man geht jedoch davon aus, dass die erste Holzburg 1319 erbaut wurde. Seit dem Schwedischen Krieg 1665 verfiel die Burg zunehmend in Ruinen. Im Jahr 2008 trug der Verein "Ratuj Tenczyn" zur Sicherung der Ruinen bei. Seit 2016 ist die Burg für Besucher zugänglich. Die Besichtigung führt durch den Barbakan, den Verteidigungsgang, den Nawojowa-Turm, den Innenhof der oberen Burg und die Mauer der oberen Burg. Von oben können wir den Rest der Burg sehen, und wenn das Wetter mitspielt, werden uns die Tatra vor Augen erscheinen.
Der Bogacki-Park in Krzeszowice
Der heutige Park ist nichts anderes als ein Überbleibsel des 18. Jahrhunderts Heilparks. An heißen Tagen ist er ein ideales Schutz vor der Sonne. Zahlreiche Bäume, Bänke und das Rauschen des nebenan fließenden Flusses laden zur Erholung ein. Zahlreiche Wege locken zu Spaziergängen. Für diejenigen, die an geschichtlichen Kuriositäten interessiert sind, hat der Park einige Attraktionen. Eine davon ist das steinerne Kreuz mit der Reliefdarstellung des Hauptes Christi, das Grab des Unbekannten Soldaten, die Kapelle „Unter deinem Schutz“ sowie die HauptQuelle. Im Park finden wir auch das Überbleibsel des Kurparks, das Palais Vauxhall.
Die Kirche St. Martin in Krzeszowice
Eine wunderschöne neugotische Kirche, die direkt am Fluss Krzeszówka liegt. Sie fällt durch ihr schönes rosettenförmiges Fenster auf, das das zentrale Element der Fassade darstellt. Die Rosette und zahlreiche spitz zulaufende Fenster erinnern an die Kathedrale Notre Dame. Im Hauptaltar finden wir das Bild „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige“. Im Seitenaltar finden wir ein Bild, das eng mit den Potocki verbunden ist. Es zeigt die Muttergottes mit dem Kind, umgeben von Engeln und Heiligen, zu ihren Füßen knien die Stifter der Kirche Zofia und Artur Potoccy. Die aus roten Ziegeln errichtete Kirche befindet sich in malerischer Nachbarschaft des Bogacki-Parks. Das Dach ist mit einem filigranen steinernen Geländer versehen, über dem die Statue des Erzengels Michael thront. In der Kirchenkrypta sind Mitglieder der Familie Potocki beigesetzt.
Verfasserin des Textes: Ewa Bandyk
Fotograf: Kacper Ropka










