Miedzianka
Vor einhundert Jahren war es eine Bergbaustadt, die als Kupferberg bekannt war. Heute ist es ein unscheinbares Dorf namens Miedzianka, das an den Hängen des Miedziana Góra liegt.
Solide aus Ziegeln gebaute Häuser, Gehöfte, Gärten, Ackerflächen und überall Stollen, in denen deutsche Bergleute die Schätze des Riesengebirges abbaute – Eisenerz, Silber, Kupfer und Kobalt. In der Umgebung gab es über 150 Schächte und Stollen, und die unterirdischen Gänge erstreckten sich über viele Kilometer, doch bereits Ende des 19. Jahrhunderts begann man aufgrund der allmählichen Erschöpfung der Vorkommen bestimmter Rohstoffe, sich vom Bergbau zur Erholung abzuwenden. Kupferberg, als eines der höchstgelegenen Dörfer in Preußen, gewann an touristischem und freizeitorientiertem Wert.
Als das Dorf nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen kam, wurden reiche Uranerzvorkommen entdeckt. Diese Entdeckung besiegelte das Schicksal des Dorfes. Die sowjetische Armee vertrieb die Zivilisten, schloss das Gebiet und begann mit Hilfe von Zwangsarbeitern mit der raubtierenden Ausbeutung der unterirdischen Vorkommen, und das abgebaute Material wurde an das berühmte – heute ebenfalls verlassene – Urananreicherungswerk in Kowary weitergeleitet.
Infolge der Bergbauschäden begann Miedzianka buchstäblich zu verschwinden. Weitere Häuser, manchmal ganze Höhlen mit Tieren, sanken in die Erde. Das heutige Miedzianka ist kaum mehr als der Schatten des ehemaligen Dorfes. Ihre Geschichte wurde durch das Buch von Filip Springer „Miedzianka – Eine Geschichte des Verschwindens“ berühmt, und die hier seit einigen Jahren betriebene Brauerei pflegt die lokale Tradition des Bierbrauens. Wer jedoch die Geister des alten Kupferbergs suchen möchte, sollte vom Weg abkommen. Zwischen den Bäumen ragen immer noch Ziegel ehemaliger Häuser hervor, und unter einer dünnen Erdschicht kann man an den unerwartetsten Orten auf Kellerräume stoßen, in die seit über einem halben Jahrhundert niemand mehr hinuntergegangen ist.
Bildquelle: https://dolny-slask.org.pl/
Text: https://www.morizon.pl/blog/


