Lanckorona
Es entstand als Stadt mit denselben Rechten wie die Hauptstadt Krakau. Es hatte das Recht, bei sich zu handeln, aber auch in anderen königlichen Städten. Es erhielt das Privileg, wöchentliche Handelstage am Donnerstag abzuhalten und das Recht, Bier für die Bürger zu importieren. Es rühmte sich sogar, eine königliche Burg zu besitzen. So war Lanckorona in ihren Glanzzeiten, als sie 1366 von König Kasimir dem Großen nach dem Magdeburger Recht gegründet wurde. Und wie sieht es heute aus?
Vor allem ist es keine Stadt mehr, sondern ein Dorf. Diese „Degradierung“ hat jedoch den Charakter des Ortes nicht beeinträchtigt, der weiterhin begeistert – durch sein Ambiente, seine Architektur und gerade durch seine Kleinstädtlichkeit. Und vor allem – durch den Marktplatz. Die meisten Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert. Einzelne einstöckige Häuser mit steilen, schindelgedeckten Dächern bilden eine kompakte Giebelbebauung, die am besten von der östlichen Seite erhalten geblieben ist. Vor vielen Jahren bildeten ihre hervorstehenden Traufen eine Art Stände, auf denen Waren zum Verkauf angeboten wurden.
Die charakteristische Bebauung und die malerischen Häuschen, die aus einem Bild oder gar einem Märchen stammen, haben dazu geführt, dass dieser Ort von Künstlern, einschließlich Filmemachern, gerne besucht wird. Genau hier in Lanckorona wurden unter anderem Szenen für den Film „Das Reiterregiment“ gedreht.
Auch Touristen strömen in das Städtchen. Es ist ein ideales Ziel für Wochenendausflüge von den Bewohnern des benachbarten Krakau. Man kann über den bereits erwähnten Marktplatz schlendern, den Hügel mit den Ruinen der königlichen Burg erklimmen oder die Holzarchitektur der Villa Zamkowa sowie des Gästehauses Tadeusz bewundern. All dies in einem lässigen, kleinstädtischen Ambiente. Und wenn jemand ein schnelleres Tempo bevorzugt, sollte er Lanckoronę bald besuchen – jedes Jahr Mitte Dezember findet auf dem lanckorońer Marktplatz das Festival „Engel in der Stadt“ statt. Man darf nur nicht vergessen, sich als Engel zu verkleiden und das lokale Gebäck – die köstlichen Lebkuchen – zu probieren.
Autorin der Fotos und des Textes - Bogusława Bandyk




