Krasnogruda
Czesław Miłosz, Nobelpreisträger und Bürger der Welt, wurde stets mit Wilno assoziiert, wo er seine Kindheit verbrachte und später studierte. Nur wenige verbinden die Person des Dichters mit Krasnogruda – einem kleinen Dorf an der polnisch-litauischen Grenze. Dort lebten zwei Tanten von Miłosz und betrieben in dem familiären Gut ein Sommerhaus. Aufgrund der nahen Lage besuchte der Nobelpreisträger diesen Ort oft. Er verbrachte hier die Sommerferien während seiner Gymnasial- und Studienzeit. Er erlebte erste ernsthafte Romanzen und schuf auch literarische Werke. Das letzte Mal besuchte er die familiären Besitztümer im Jahr 1989.
Er hat jedoch Krasnogrudę nicht vergessen, und Krasnogruda hat ihn nicht vergessen. Das während des Krieges zerstörte Gut und der umliegende Park wurden dank der Bemühungen der Mitglieder der Stiftung „Pogranicze“, die in den nahegelegenen Sejnach tätig ist, restauriert. Im Jahr 2011 wurde hier das Internationale Dialogzentrum eröffnet. Auf dem Gelände befinden sich drei Gebäude. Das Hauptgebäude ist das Gut selbst, das eine Ausstellung über das Leben und die Werke des Nobelpreisträgers beherbergt. Besonders hervorzuheben sind die wunderschön renovierten Keller sowie die untypische, wenig „museumhafte“ Präsentation des Lebens des Dichters. Es lohnt sich, die Ausstellung mit Führung zu besuchen, da dies die Entdeckung unbekannter Fakten über das Leben von Miłosz ermöglicht.
neben dem Gut befindet sich eine Remise, die der Stiftung Pogranicze dient, und etwas weiter „Vogelnester“, also ehemalige Hühnerställe, in denen in den keramischen Werkstätten und dem Konzertsaal zahlreiche kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Das Ganze wird durch die untypische „Poetenallee“ sowie eine traditionellere Kastanienallee ergänzt, die zur Plattform führt. Krasnogruda liegt am Hołny-See, dessen Schönheit nicht hinter dem angrenzenden touristischen Gaładusi zurücksteht.
Krasnogruda ist ein weiterer interessanter Ort und eine touristische Attraktion auf der Landkarte der Suwałki-Region. Obwohl es schwierig ist, hierher zu gelangen (am besten über einen Feldweg, der von der Straße Żegary-Ogrodniki abzweigt), lohnt es sich, das „Miłoszówka“ zu besuchen, während man in die nahegelegenen Sejny oder Suwałki reist.
Autorin der Fotos und des Textes - Bogusława Bandyk






