Kamieniec Ząbkowicki
Kamieniec Ząbkowicki ist eine der wenigen Städte in Polen, die sich nicht mit vielen historischen Sehenswürdigkeiten rühmen kann. Dennoch ist sie unter Touristen nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland bekannt. Warum? Weil genau diese Stadt Marianna von Oranien, die niederländische Prinzessin und Tochter von König Wilhelm I. von Oranien, als ihren Wohnsitz gewählt hat. Sie verliebte sich in das Glatzer Land und beschloss, ihr Leben damit zu verbinden.
Auf dem Gipfel des Schlossberges wurde für sie ein monumentales Anwesen errichtet, dessen Bau dem Wert von drei Tonnen Gold entsprach. Das neugotische Schloss begeisterte über viele Jahre hinweg nicht nur durch seine Architektur, sondern auch durch seine Ausgestaltung. Leider setzte den Ruhmestagen russische Soldaten ein Ende, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Innenräume verwüsteten. In den folgenden Jahren vollendeten weitere Zerstörungen das Werk des Verfalls. Glücklicherweise wurde das Schloss in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in die Liste der Denkmäler aufgenommen, und mit der Zeit begannen Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten.
Heute ist das Schloss für Touristen zugänglich, man kann es in Begleitung eines Führers besichtigen, nachdem man im Voraus Tickets erworben hat. Die Tour umfasst die Untergeschosse, Ställe, Teile der Korridore und Säle. Es lohnt sich, in den Festsaal zu verweilen, der, trotz seiner geringen Größe, mit seiner ungewöhnlichen palmengeschmückten Decke und der riesigen Terrasse beeindruckt, von der man einen Blick auf die Panorama von Kamieniec und die Bartscher Berge werfen kann.
Für diejenigen, die von geführten Spaziergängen lieber zur Einsamkeit in schönen Orten neigen, bleibt der Spaziergang entlang der Mauern und durch den umliegenden Schlossgarten- und Parkkomplex. Besonders hervorzuheben sind die siebenstufigen Terrassen im klassischen Stil, die ursprünglich mit geometrischen Beeten und zahlreichen Brunnen sowie Statuen geschmückt waren. Der Kontrast zu dieser Ordnung und mathematischen Regelmäßigkeit ist der sich auf der gegenüberliegenden Seite erstreckende romantische Park
mit Teichen, Wasserfällen und Felsformationen. Sein Schmuckstück ist das Familienmausoleum, das an einen griechischen Tempel erinnert, und eine unbestreitbare Attraktion ist der Brunnen in der Maschinenhalle.
Fotografin und Autorin des Textes: Bogusława Bandyk





