Świdermajery
Swidermajer - eine alte, hölzerne Architektur von Ferienhäusern in Masowien. Außergewöhnliche Perlen der Holarchitektur - Villen und Pensionen, verstreut in den Kiefernwäldern unterhalb von Warschau, stammen aus der Übergangszeit vom 19. zum 20. Jahrhundert. 1885 errichtete Michał Elwiro Andriolli, ein bekannter Zeichner und Illustrator seiner Zeit, in seinem erworbenen Gutshaus am Fluss Świder ein Landhaus, das Veranden und einen Vorbau hatte, die nach alpinen und russischen Stilen gestaltet waren. In kurzer Zeit baute Andriolli mehrere weitere Villen im ähnlichen Stil, die an Urlauber vermietet wurden. Zu dieser Zeit wurde die Weichselbahn in Betrieb genommen, was zu einem Zustrom von Urlaubern in die Gebiete entlang der Linie Warschau-Otwock führte. Diese Region wurde zu einem Ziel für Ausflüge und Sommerurlaube. Anin, Międzylesie, Radość, Miedzeszyn, Falenica, Michalin, Józefów, Świder, Otwock, Śródborów - auf dieser Strecke kann man bis heute die seelenvollen Häuser bewundern, die in den Wäldern verstreut sind, stilvolle Holzhäuser und Pensionen, die an frühere Glanzzeiten erinnern, sowie Hotels und Sanatorien.
Der populärste Name des Stils - "Swidermajer" ist eine Idee aus den 30er Jahren, des Poeten Konstanty Ildefons Gałczyński. Es gibt auch Ausdrücke wie "Ferienarchitektur am Świder" oder "Andriolli-Stil". Swidermajer zeichnen sich durch Holzfassaden, Satteldächer, reich verzierte verglaste Veranden, manchmal auch Türmchen, die mit einer Spitze gekrönt sind. Die Balkone haben filigrane Holzgeländer, und die Fenster haben schön verzierte Fensterläden.
Es wurden mehrere Tausend Gebäude in diesem Stil errichtet, jedoch sind bis heute nur wenige erhalten geblieben, etwa 400 Gebäude. In Otwock selbst wurden etwa 140 Objekte in das regionale Denkmalschutzregister aufgenommen. Dazu gehören unter anderem:
- die Villa „Gurewicza” des KURORTS ABRAM GUREWICZ,
- die Villa „Lala” aus dem Jahr 1906 in der ul. Reymonta 29, früher im Besitz von Jakub Schatzschneider, dem Schwiegervater von Władysław Reymont. Der Autor der „Bauern” kam hierher zur Erholung,
- das Haus in der ul. Kościuszki 39,
- das ehemalige jüdische Sanatorium von Dr. Władysław Przygoda aus dem Jahr 1895 in der ul. Dłudkiego 1,
- die Villa der Familie Wedel aus ca. 1910 in der ul. Kołłątaja 92,
- die Villa „Podole” aus ca. 1899 in der ul. Kościuszki 15,
- die Villa „Na Górce”,
- die Villa „Kasperowiczówka” aus 1912 in der ul. Prusa 13.
Immer mehr Menschen interessieren sich für Swidermajer, es sind Zimmerleute aufgetaucht, die architektonische Motive der Swidermajer nachahmen. Jedes Jahr findet in Otwock ein dreitägiges Fest für Liebhaber der hiesigen Holzhäuser, Pensionen und Sanatorien statt, organisiert von dem Portal Świdermajer.info und dem Verein der Freunde von Otwock. In diesem Jahr steht bereits die 7. Auflage des Swidermajer-Festivals bevor.
Stilvolle Holzhäuser erscheinen im Film „Zeit zu sterben” von Dorota Kędzierzawska, im Roman „Schöne Ruine” von Piotr Paziński sowie im Musikvideo „Vergängliche Melodie” von Mela Koteluk.
Autorin der Bilder und des Textes:
Katarzyna Krajewska
Website der Autorin - www.fotofiszka.eu



















